Aufstellungen

Was ist Aufstellungsarbeit und wobei können Aufstellungen hilfreich sein?

 Boden

Aufstellungen sind hilfreich:

  • beim  Wunsch nach einem Überblick in einer bestimmten Situation oder Angelegenheit

  • zur Überprüfung von Werten, Überzeugungen, Leitsätzen und Glaubenssätzen

  • zur Unterstützung in Entscheidungsfragen bei Themen mit klaren Gegensätzen

  • in Problemsituationen mit KollegInnen, Partnern, Geschwistern, Kindern … um mehr Klarheit zu  bekommen

  • bei der Suche nach Konfliktlösungen

  • beim Wunsch einen vergangenen Ablauf zu verstehen

  • zur Stärkung von Ressourcen

  • wenn ein Ziel erreicht werden will

  • zum Finden von Handlungsmöglichkeiten

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Mögliche Satzanfänge und Fragestellungen könnten lauten:

  • Ich suche eine Lösung für…

  • Soll ich dies (…) oder das (…) tun?

  • Ich brauche mehr Sicherheit bei…

  • Wie kann ich mein Ziel fassen, was genau ist mir wichtig?

  • Wie wirken Hindernisse und Ressourcen auf dem Weg zu meinem Ziel?

  • Ich soll mich entscheiden und weiß noch nicht wie?

  • Mein schwierige Situation derzeit ist…

 

Was ist Aufstellungsarbeit:

Mit Hilfe von Aufstellungen können soziale Systeme wie ein Modell abgebildet werden,
d. h. es werden Systeme simuliert, um Veränderungsprozesse einzuleiten und mögliche Auswirkungen zu testen.

  1. Es wird von einer Person ausgegangen, die etwas verändern möchte, also ein Anliegen hat.
    (Veränderung geschieht immer zwischen etwas, d. h. es gibt ein zu veränderndes System, das aus mindestens 2 Elementen besteht.)

  1. Das zu verändernde System wird abgebildet, indem seine Elemente durch Personen (= Repräsentanten) symbolisiert und die Beziehungen zwischen den Elementen durch räumliche Abstände dargestellt werden.

  1. Die Repräsentanten werden der Reihe nach aufgestellt. Dadurch erhalten wir ein Bild von dem System, das verändert  werden soll.

  1. Der Körper der Repräsentanten wird  zu einem  „Wahrnehmungsorgan“  für das abgebildete System, d. h. die körperlichen Empfindungen der Repräsentanten ändern sich  (= repräsentierende Wahrnehmung) und geben uns Hinweise auf die Befindlichkeiten der Originale im zu verändernden System.

  1. Mit Hilfe verschiedener Interventionsformen (wie z. B. Stellungsarbeit,  Prozessarbeit,  Probehandeln und Tests) wird das gestellte Bild dann vom Leiter / von der Leiterin der Aufstellung verändert.  Das Ziel besteht darin, ein Bild zu finden, bei dem sich alle Repräsentanten mindestens neutral bis äußerst zufrieden fühlen.

 

Aufstellungsarbeit ist in verfahrenen Situationen sinnvoll, um alte Muster zu unterbrechen und neue Lösungswege zu entdecken.

Aufstellungen dienen einem Probehandeln zum Entdecken von Lösungen. Lösung wird hier nicht als das Erreichen von etwas Bestimmten verstanden, sondern Lösung in der systemischen Aufstellungsarbeit stellt eine Form des  „besser“  dar.

Das Lösungsbild einer Aufstellung ist der Beginn der Umsetzung der neu gewonnenen Erfahrung.

 

„Wir können verstehen was besser heißt, ohne zu verstehen was gut heißt.“ (Steve deShazer)

 

Aufstellungen nutzen die allen Menschen verfügbare Sprache des Raumes und des  Körpers, denn „jemand steht mir nahe“ oder „etwas liegt mir fern“ sind  alltägliche räumlich und körperlich erfahrbare Sprachbilder.

Die repräsentierende Wahrnehmung ist eine Wahrnehmungsform, eine Fähigkeit, über die praktisch jeder Mensch verfügt.

Teilnehmer/innen von Aufstellungen verbessern ihre Wahrnehmungsfähigkeit und Sensibilität, die Achtsamkeit wird erhöht und die Fähigkeit Gefühle besser zu spüren und einzuordnen wird trainiert.